Der EU AI Act ist da — was das für kleine Agenturen wie meine bedeutet
Kein Beitrag von einem Juristen, sondern von jemandem, der versucht hat, sich selbst durch die Verordnung zu lesen. Mit allen Unsicherheiten, die das mit sich bringt.


Ich bin kein Anwalt, und dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung — das vorweg, weil es beim Thema EU AI Act besonders wichtig ist. Aber ich habe mich in den letzten Monaten intensiv mit der Frage beschäftigt, was die neue Verordnung für ein kleines Ein-Personen-Unternehmen wie meins bedeutet, das KI-Tools bei der Arbeit für Kunden einsetzt.
Die gute Nachricht zuerst: Die meisten Pflichten des AI Acts richten sich an sogenannte Hochrisiko-Systeme, etwa im Bereich Personalauswahl, Kreditvergabe oder kritischer Infrastruktur. Ein Chat-Assistent auf einer Handwerker-Website oder KI-unterstützte Texterstellung fallen typischerweise nicht in diese Kategorie. Trotzdem gibt es Transparenzpflichten, die auch uns betreffen können, etwa wenn Nutzer erkennbar mit einem Chatbot statt mit einem Menschen interagieren — dann muss das kenntlich gemacht werden.
Was mich das Thema in der Praxis vor allem gelehrt hat: Dokumentation wird wichtiger. Ich halte inzwischen für jedes Kundenprojekt fest, an welcher Stelle KI-Tools eingesetzt werden, wofür, und wie die Ergebnisse geprüft werden. Nicht, weil ich glaube, morgen käme eine Prüfung, sondern weil es mir selbst hilft, sauber zu arbeiten, und weil ich meinen Kunden im Zweifel erklären können möchte, was in ihrem Projekt passiert.
Mein Rat an andere kleine Unternehmer, die sich davor fürchten: Panik ist hier fehl am Platz, aber Ignorieren auch. Ein Gespräch mit einer spezialisierten Rechtsberatung, wenn KI-Systeme eine größere Rolle im eigenen Angebot spielen, ist gut investierte Zeit. Für die meisten kleinen Anwendungen, die ich für Kunden umsetze, bleibt der Aufwand aber überschaubar.
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Konrad Griesser
Webdesigner & SEO-Experte aus Augsburg — seit 1999
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